KEINE/R MUSS ALLEIN ZUM AMT! http://zahltagberlin.blogsport.de Thu, 23 Sep 2010 15:06:34 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en http://zahltagberlin.blogsport.de/2010/09/23/29/ http://zahltagberlin.blogsport.de/2010/09/23/29/#comments Thu, 23 Sep 2010 15:06:34 +0000 Administrator Allgemein http://zahltagberlin.blogsport.de/2010/09/23/29/ http://zahltagberlin.blogsport.de/2010/09/23/29/feed/ Bericht vom 17.09.2009 JobCenter Berlin-Mitte http://zahltagberlin.blogsport.de/2009/09/22/19/ http://zahltagberlin.blogsport.de/2009/09/22/19/#comments Tue, 22 Sep 2009 13:16:23 +0000 Administrator Allgemein http://zahltagberlin.blogsport.de/2009/09/22/19/
Am 17.09.2009 fand in Berlin eine weitere Aktion der Reihe „Keine/r muss allein zum Amt!“ statt. Nachdem bereits in den vergangenen Monaten den JobCentern Pankow, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg ein Besuch abgestattet wurde, kam nun Mitte dran. Die Aktion war dieses Mal eingebettet in den bundesweiten Aktionstages „Wir zahlen nicht für eure Krise!“.

Gegen 9 Uhr versammelten sich ca. 30 Personen vor dem JobCenter Mitte in der Sickingenstraße. Das JobCenter war zu dem Zeitpunkt schon gut besucht. Eine Stunde später reichte die Warteschlage bis hinaus aus dem Gebäude über den Bürgersteig bis auf die Straße. Die Aktivist/innen boten den Leuten, die zu einem Termin aufs Amt mussten eine „Begleitung“ an, denn viele dieser Termine sind für die Betroffenen unangenehm, manchmal auch schickanös. Sie haben es oft mit verständnislosen oder herablassenden Sachbearbeiter/innen zu tun und oft ergeben sich Situationen, in denen es fast unmöglich ist, alleine seine Rechte durchzusetzen.

„3 Monate wurde mein Antrag verschleppt!“

Dementsprechend gut wird das Angebot angenommen. Darüber hinaus sind auch wieder Menschen vor Ort, die sich teilweise seit Jahren in unabhängigen Sozialberatungsstellen wie im Stadtteiladen „Lunte“ in Neukölln oder in der „Berliner Kampagne gegen Hart IV“ engagieren. Sie unterstützten mit ihrem Wissen und gaben Hinweise zum Umgang mit den Mitarbeitern des JobCenters, beantworten Frage zu Schreiben von den JobCentern und gaben rechtliche Ratschläge.

„Ich spreche nur wenig deutsch. Die Männer und Frauen wollen mich manchmal nicht verstehen.“

Einige Aktivist/innen führten wenige Meter entfernt Kurzinterviews durch und fragten nach konkreten Problemen, danach, wie die Einzelnen das System Hartz IV erfahren und was die Forderungen der Erwerbslosen sind. Bei diesem Befragungen zeigen sich viele Menschen aufgeschlossen gegenüber der Aktion und zeigen Sensibilität gegenüber den Problemen anderer Erwerbsloser und einen solidarische Grundeinstellung.

„Mit jemandem zusammen hingehen ist schon besser. Gerade Ausländer werden hier behandelt wie der letzte …“

Das ist aber bei weitem nicht bei allen Angesprochenen der Fall. Zuweilen ergibt sich auch ein Einblick in die Untiefen des Alltagsverstandes.

„So kann man kein Volk regieren. Wir brauchen einen König oder Hape Kerkeling.“

Ein Redner wies während dessen darauf hin, dass „Begleitungen“ ins JobCenter praktizierte Solidarität sind. Es ist Gegenwehr gegen die Zumutungen von Hartz IV und setzt bei den Bedürfnissen der Menschen an. Es kommt auch darauf an, abseits solcher öffentlichkeitswirksamen Aktionen, diese Form der Solidarität im Alltag zu verankern.

Zeitgleich mit der Aktion in Berlin Mitte fanden ähnliche Aktionen in mehreren Städten bundesweit statt, darunter Hanau, Mannheim, Karlsruhe, Köln, Jena und Oldenburg.

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Aktion vor und im JobCenter Berlin Neukölln am 28.04.2009 http://zahltagberlin.blogsport.de/2009/08/14/9/ http://zahltagberlin.blogsport.de/2009/08/14/9/#comments Fri, 14 Aug 2009 13:25:58 +0000 Administrator Allgemein http://zahltagberlin.blogsport.de/2009/08/14/9/
Aktion „KEINE/R MUSS ALLEIN ZUM AMT!“ vor dem JobCenter in Berlin Neukölln am 28.04.2009 Ziel der Aktionen ist es, einen solidarischen Begleitschutz – oder wie es rechtlich heißt „Beistand“ (SGB X, §13) – praktisch anzubieten und damit die Idee einer Selbstorganisation der
gegenseitigen Hilfe unter Hartz-VI-Empfänger/innen zu stärken. Die positive Resonanz, die schon am 5. März bei der Aktion im Jobcenter Pankow zu beobachten war, wiederholte sich in Neukölln. Viele Leute waren richtig froh, über die Zumutungen zu berichten, die sie im Jobcenter erlebten.

Tatort Jobcenter
Viele fragten auch nach BeraterInnen und BegleiterInnen. Auch für viele, die nun wirklich keine Illusionen haben, merken, dass die schlimmsten Erwartungen noch übertroffen werden. Schon ein Besuch von einigen Stunden Zeit. Das Jobcenter ist für viele Menschen eine Quelle von Schikanen und Demütigungen.

Nur einige Beispiele: Ein Mann mittleren Alters schrie erregt im Foyer des Jobcenters und schimpfte auf die MitarbeiterInnen. Sofort kamen einige Polizisten angerannt. Er erklärte erregt, dass er sauer ist, weil er wieder mit einem Antrag vertröstet worden sei und dass er jetzt schon mehrere Wochen hingehalten werde und am Ende sei.

Eine Frau bat um Begleitung. Sie will beim Jobcenter den Umzug in eine größere Wohnung durchsetzen, weil ihr Mann nach einem Schlaganfall im Wachkoma. Weil die bisherige Wohnung zu klein ist, muss er weiter in einer Rehabilitationsklinik bleiben. Seine Familie will möchte dass er aus der Klinik kommt, doch dafür braucht er die größere Wohnung. Doch die Sachbearbeiterin vom Jobcenter verlangt, dass vorher eine Bescheinigung vorliegen muss, dass das Gewerbe des Patienten abgemeldet worden ist. Dabei gibt es mehrere Bescheinigungen , die belegen, dass der Mann gar kein Gewerbe mehr ausüben kann. Auch am Dienstag konnte die Angelegenheit nicht geklärt werden, obwohl die Begleiterin mit klaren Argumenten darlegte, wie absurd die Forderung des Amtes ist.
Ein anderer Fall: Ein Mann und eine Frau mittleren Alters wollen eine Begleitung. Sie werden seit Monaten bei der Kostenübernahme für einen Wohnungsumzug hingehalten. Das Amt argumentiert damit, dass ein Auto vorhanden ist. Außerdem seien mehrmals für die Familie diskriminierende Äußerungen gefallen, wie die Formulierung, dass sie Almosen beantragt hätten. Mittlerweile hatte die Familie eine Klage eingereicht.
Solche und ähnliche Fälle wurden ständig berichtet. Einige der Äußerungen wurden auf Zetteln an einer Leine aufgehängt. Es sind erschreckende Dokumente alltäglicher Diskriminierung im Jobcenter. Viele Leute fragen, ob die Aktion häufiger gemacht wird. Das ist angestrebt. Es soll demnächst ein Treffen der Beteiligten geben. Darunter waren neben Mayday-AktivistInnen auch MitarbeiterInnen von Erwerbsloseninitiativen aus Neukölln.

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